Rechtschreibung & Grammatik #3 – MADDazin

Rechtschreibung und Grammatik #3: Die gängigsten Kommaregeln auf einen Blick

Man tut sich oft schwer beim Formulieren von geschäftlichen E-Mails, Mitarbeiteranweisungen oder hochwertigem Content für die eigene Website. Das Thema ist abgesteckt, die Informationen zusammengetragen und die ersten Sätze bereits digitalisiert. Doch eine Sache bringt uns immer wieder aus dem Konzept: die Kommaregeln.

Es gibt zahlreiche Regeln zur Kommasetzung – und ebenso viele Ausnahmen.

  • Soll ich zwischen diesem und jenem Adjektiv ein Komma setzen?
  • Wie nutze ich Kommata bei einem Infinitiv mit zu?
  • Welche Regelung gilt bei der Aufzählung von Satzteilen oder Ellipsen?

Diese Fragen begegnen uns regelmäßig im täglichen Schriftverkehr und können den ein oder anderen schon einmal aus dem Konzept bringen. Wie Sie die Kommata in Zukunft in den Griff bekommen, erfahren Sie hier im Blog von MADD Agency.

Fünf Kommaregeln für den täglichen Gebrauch

Beginnen wir mit den Kommaregeln für Adjektive. Hier wird zwischen zwei Möglichkeiten unterschieden: gleichrangige und nichtgleichrangige Adjektive.

1. Gleichrangige Adjektiv erkennt man daran, dass sie sich mit einem „und“ verbinden lassen, ohne den Sinn zu verändern. Zum Beispiel:

eine einfache, schnelle Abwicklung

ein kostenloses, unverbindliches Angebot

warmes, sonniges Wetter

In diesem Fall werden die Adjektive im Satz durch ein Komma getrennt.

2. Bei [bra_highlight style='highlight3']nichtgleichrangigen Adjektiven würde die Verbindung mit der Konjunktion „und“ den Sinn verändern. Deshalb darf in diesem Fall kein Komma gesetzt werden. Beispiele dafür sind folgende Adjektive:

Die allgemeine politische Lage ist schwierig.

Sie hatte große blaue Augen.

Siehst du die verspielten jungen Katzen dort?

3. Die nächste Kommaregel beschäftigt sich mit der Aufzählung von Satzteilen Je nachdem, ob es sich um zwei selbständige Sätze (Hauptsätze) oder einen Haupt- und Nebensatz handelt, unterscheidet sich die Kommasetzung. Hier ein Beispiel:

Er versprach schon oft, er käme pünktlich(,) und dann kam er doch viel zu spät.

Schon bei dieser dritten Kommaregel gibt es eine Ausnahme. Denn hierbei handelt es sich um zwei selbständige Sätze, die im Normalfall nicht durch Komma getrennt werden. Im ersten Satzteil geht es um das Versprechen, pünktlich zu sein und im zweiten darum, dass dieses Versprechen nicht eingehalten wird. Die beiden Satzteile sind durch die Konjunktion „und“ miteinander verbunden, könnten jedoch auch durch einen Punkt getrennt werden. Zwei weitere Beispiele sollen das verdeutlichen:

Sie hat das Problem angesprochen(,) sowie eine Lösung dafür gefunden.

Ich denke, dass wir das Projekt heute beenden sollten(,) oder den Termin verschieben müssen.

Bei Aufzählungen von selbständigen Sätzen wird das Komma normalerweise durch Konjunktion wie „und / oder / sowie“ ersetzt. Wer möchte, kann dieses Komma allerdings setzen, um die Satzstruktur zu verdeutlichen und das Lesen zu erleichtern.

4. Weiter geht es bei unserer Vorstellung der fünf gängigsten Kommaregeln mit der Kommasetzung bei Infinitiven mit zu. Hier gilt: Infinitive mit zu, die im Satz durch die Konjunktionen „ um / als / ohne“ eingeleitet werden, schreibt man mit Komma – ohne Ausnahme. Zum Beispiel:

Niemand läuft über die Straße, ohne nach rechts und links zu schauen!

Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als zu gewinnen.

5. Abschließend möchten wir noch über die Kommasetzung bei (Neben-)Satzellipsen sprechen. Unter dem Begriff Ellipse versteht man in der Sprachwissenschaft einen Satz, bei dem einzelne Satzteile weggelassen wurden. (Wie man Satzglieder erkennt und einteilt, erfahren Sie in unserem Blog # 2 zur Rechtschreibung und Grammatik) Man findet Satzellipsen oftmals bei Redewendungen wie zum Beispiel:

(Das) Ende (ist) gut, alles (ist) gut!

(Ich wünsche Ihnen einen) Guten Morgen!

Ellipsen können jedoch auch formelhafte Nebensätze sein, die prinzipiell nicht durch ein Komma vom Rest des Satzes getrennt werden müssen:

Egal (,) ob Sie lieber Tee oder Kaffee trinken, …

Allerdings ist es bei langen Sätzen von Vorteil, ein Komma zu setzen, um das Lesen zu erleichtern:

Ich habe(,) wie schon angedeutet (,) erste Gespräche mit dem Verein geführt.


Aufgabe #2

Setzen Sie die Kommata an der richtigen Stelle!

a) Die junge Frau ist eine nette freundliche Kollegin.

b) Plötzlich hatte sie die Idee sich einen Hund zuzulegen.

c) Wir werden sie am Montag den 17. Juli in ihrer neuen Wohnung besuchen.


Lösung der Aufgabe vom Blog #2 vom 27. Februar 2014

Nun sind wir Ihnen noch die Lösung vom Blog #2 unserer Themenreihe „Rechtschreibung und Grammatik“ schuldig:

a) [Der Vorstand] hatte [den Vorschlag eines Kooperationsvertrages mit dem Konkurrenzunternehmen] [zur beiderseitigen Kostenminimierung] abgelehnt.

b) [Die Lieferfirma] hat [uns] [ein kostenloses, unverbindliches Angebot] unterbreitet [und*] [uns] [eine einfache, schnelle Abwicklung aller Zollformalitäten] zugesichert.

[Satzglied]; finites Verb; andere Verbformen * Die Konjunktion „und“ verbindet die beiden Hauptsätze, ist selbst aber kein Satzglied.


Rechtschreibung & Grammatik #1 – MADDazin

MADD Knowhow #1: Wie schreibe ich richtig und vermeide Rechtschreibfehler?

Wann setze ich ein Komma, wie verwende ich den korrekten Konjunktiv und wann wird ein Wort groß- oder kleingeschrieben? Wissen Sie es? Die deutsche Sprache ist selbst für Muttersprachler nicht immer ganz einfach. Zahlreiche Rechtschreibreformen pflastern ihren Weg und auch die Grammatik ist in einigen Fällen recht kompliziert. Da ist es gut, wenn man einen Leitfaden hat, nach dem man sich im täglichen Geschäft richten kann.

Denn gerade in geschäftlichen E-Mails oder Anweisungen für Kollegen ist es wichtig, häufige Rechtschreibfehler zu vermeiden und grammatisch richtig zu schreiben. Mit der sechsteiligen Themenreihe zur deutschen Rechtschreibung und Grammatik in unserem Blog möchten wir Ihnen einen solchen Leitfaden an die Hand geben. Einfach und verständlich erklärt, mit Tipps und Tricks für den Alltag sowie praktischen Übungen zum Mitmachen.


Was erwartet Sie in unserer Themenreihe „Rechtschreibung und Grammatik“?

  • Los geht es im ersten Blog mit den Grundlagen der deutschen Grammatik. Hilfe zum Satzbau und wie man Schachtelsätze in Zukunft vermeidet, stehen auf dem Lehrplan.
  • Im zweiten Blog geben wir eine ausführliche Erklärung zu den wichtigsten Kommaregeln, die einem im Alltag immer wieder begegnen.
  • Der Blog Nummer drei beschäftigt sich mit der Frage nach der Kongruenz im Relativsatz. Das bedeutet: In welchen grammatischen Merkmalen müssen die einzelnen Satzteile übereinstimmen?
  • Der vierte Blog steht unter dem Motto Imperativ. Wir verwenden ihn täglich in Aufforderungen, aber bilden wir ihn immer korrekt?
  • Konjunktiv und indirekte Rede sind die Themen des fünften Blogartikel in unserer Reihe „Rechtschreibung und Grammatik“.
  • Last but not least werden wir uns im Blog Nummer sechs mit der Groß- und Kleinschreibung sowie der Getrennt- und Zusammenschreibung auseinandersetzen.

Bei aller Theorie ist es natürlich wichtig, das Gelernte auch anwenden zu können. Aus diesem Grund bieten wir am Ende jedes Blogartikels kleine Grammatik- oder Rechtschreib-Übungen zum Thema. Die Lösung erwartet Sie dann im darauffolgenden Blogartikel. Viel Spaß beim Lesen und Umsetzen unserer Rechtschreibung und Grammatik Hilfe wünscht Ihre MADD Agency.


Rechtschreibung & Grammatik #2 – MADDazin

Rechtschreibung und Grammatik #2: Vom Satzbau und den Schachtelsätzen

Sätze: Relativsätze, Aussagesätze, Imperativsätze, Konditionalsätze und Fragesätze. Man benutzt sie jeden Tag und trotzdem stellt sich immer wieder eine Frage: „Wie bilde ich einen Satz grammatisch korrekt?“. Wir schreiben und sprechen in Sätzen, benutzen die Worte wie selbstverständlich und doch schleichen sich im täglichen Sprachgebrauch immer wieder grammatische Unstimmigkeiten oder sogar Fehler ein. Bei uns erfahren Sie, wie man sich in Wort und Schrift korrekt ausdrückt – und:

  • was einen Satz ausmacht
  • wie man einen korrekten Satz bildet
  • welche Satzformen es im Deutschen gibt
  • wie man Schachtelsätze im Schriftverkehr vermeidet

Außerdem gibt es am Ende jedes Blogartikels noch eine kleine Übung zum Mitmachen.


Was ist ein Satz?

Sprachwissenschaftlich betrachtet, lässt sich auf diese scheinbar einfache Frage leider keine einfache Antwort geben. In den vergangenen Jahrhunderten haben sich zahlreiche Linguisten damit beschäftigt, zu klären was ein Satz ist – und sie haben ebenso viele Antworten darauf gefunden. Der Einfachheit halber möchten wir den Satz deshalb folgendermaßen definieren: Ein Satz ist eine geschlossene sprachliche Einheit, die aus einem oder mehreren Wörtern besteht. Diese Wörter lassen sich bestimmten Satzgliedern zuordnen und bilden eine gemeinsame Struktur. Man bezeichnet diese Struktur in einem Satz als Satzbau. Doch wie sieht der Satzbau im Deutschen aus und welche Besonderheiten gibt es?

Wie gliedert man einen Satz im Deutschen?

Um die Struktur eines Satzes zu entschlüsseln, müssen zunächst die einzelnen Satzglieder bestimmt werden. Unter einem Satzglied versteht man eine Einheit des Satzes, die allein die Position vor dem finiten Verb (auch Prädikat genannt) einnehmen kann. Jeder Satz in der deutschen Sprache ist nach folgendem Prinzip aufgebaut:

Vorfeld – finites Verb – Mittelfeld – übrige Verbformen

Ein Satz muss mindestens aus einem finiten Verb besteht, alle anderen Felder (Vorfeld, Mittelfeld und übrige Verbformen) sind optional. Hier ein Beispiel: (Satzglieder stehen in eckigen Klammern)

[Heute Morgen] hat [der Nachbar] [meine Zeitung] mitgenommen.

Um die einzelnen Satzglieder zu ermitteln, ist die sogenannte Verschiebeprobe hilfreich. Sie besagt: Jede Wortgruppe, die vor dem finiten Verb stehen kann, ohne den Sinn zu verändern, ist ein Satzglied. Für den obigen Beispielsatz sieht die Verschiebeprobe folgendermaßen aus:

[Heute Morgen] hat [der Nachbar] [meine Zeitung] mitgenommen.

[Meine Zeitung] hat [der Nachbar] [heute Morgen] mitgenommen.

Sind die einzelnen Satzglieder erst einmal ermittelt, wird es umso leichter einen korrekten Satz zu bilden und die Satzteile entsprechend umzustellen.

Welche Satzformen gibt es im Deutschen?

In der deutschen Sprache nutzt man drei verschiedene Satzformen, die nach der Stellung des finiten Verbs unterschieden werden:

  • Verberstsätze
  • Verbzweitsätze
  • Verbletztsätze

Bei Verberstsätzen steht das finite Verb an erster Stelle. Es leitet Imperativ- und Konditionalsätze sowie Ja-/Nein-Fragen ein. Beispiele sind:

Geh nach Hause! (Imperativ)

Hätte es gestern nicht geregnet, wäre ich mit dem Fahrrad gefahren.(Kondition)

Hast Du heute Abend Zeit? (Frage)

Verbzweitsätze bilden das finite Verb erst nach dem Vorfeld und werden für Aussagesätze und W-Fragesätze genutzt:

Ich fahre täglich mit dem Auto zur Arbeit. (Aussage)

Wann hast Du heute Feierabend? (W-Frage)

Die dritte Satzgruppe sind Verbletztsätze, bei denen sich das finite Verb an der letzten Position im Satz befindet. In der deutschen Sprache sind das ausschließlich Nebensätze:

(Ich brauche das Briefing,) das Sie gestern Abend geschrieben haben. (Relativsatz)

(Er fragt sich,) welches Buch er kaufen soll. (W-Fragenebensatz)

(Sie meint,) dass die Besprechung nicht lange dauern wird. (Subjunktionalnebensatz)

Sind diese Grundbegriffe des Satzbaus erst einmal klar, kann man mit dem Schreiben loslegen. Doch Vorsicht! Ohne Struktur und Plan kann das Schreiben ganz schnell im Chaos enden.


Schachtelsätze und wie man sie vermeidet

Jeder von uns kennt sie – ob in geschäftlichen E-Mails, Anweisungen für die Mitarbeiter oder Kundenbriefings – Schachtelsätze. Sie nehmen meist mehrere Zeilen in Anspruch, lassen sich nur sehr langsam lesen und sind auch noch schwer verständlich. Das ist ärgerlich und raubt viel Zeit im täglichen Geschäft. Daher ist es besonders wichtig, Schachtelsätze zu vermeiden und sich mit kurzen Sätzen so klar wie möglich auszudrücken. Als Faustregel gilt: Neun bis 15 Wörter in einem Satz sind ausreichend, um sich klar zu artikulieren. Jedes Wort mehr erschwert die Verständlichkeit und die Kommunikation untereinander. Wer nicht nur E-Mail und Anweisungen verfasst, sollte außerdem darauf achten, zwischen langen und kurzen Sätzen zu variieren – das verleiht dem Text mehr Rhythmus und Ihre Leser werden sich bedanken.


Aufgabe #1

Bestimmen Sie die Satzglieder und testen Sie Ihre Einteilung mit Hilfe der Verschiebeprobe.

a) Der Vorstand hatte den Vorschlag eines Kooperationsvertrages mit dem Konkurrenzunternehmen zur beiderseitigen Kostenminimierung abgelehnt.
b) Die Lieferfirma hat uns ein kostenloses, unverbindliches Angebot unterbreitet und uns eine einfache, schnelle Abwicklung aller Zollformalitäten zugesichert.

Die Lösung erfahren Sie in Ausgabe #3 unserer Themenreihe „Rechtschreibung und Grammatik“.